Musikalität oder Spieltechnik - was ist wichtiger?


Musikalität oder Spieltechnik - was ist wichtiger?

 

Ist Musikalität wichtiger als Spieltechnik? Oder ist das Gegenteil der Fall? Vielleicht müssen sich aber auch beide einfach die Waage halten?

 

Na, was denn nun?

 

Offensichtlich: An dieser Frage scheiden sich die Geister. Grund genug, mich mit ihr in diesem Beitrag auseinanderzusetzen. :-) Auf gehts!

 

Musikalität vs. Technik: Zwei Definitionen als Ausgangslage

Bevor wir uns den beiden (eventuellen) Gegenspielern widmen, sollten wir uns ansehen, was was ist.

 

  • Unter Musikalität wird im Allgemeinen die Begabung im Bereich musikalischer Aktivitäten verstanden. Sie steht also für Rhythmusgefühl, melodisches Empfinden und das Verständnis von klanglichen Gebilden. Bist Du Komponist*in, Schlagzeuger*in oder Mitglied im Chor, schadet eine Prise Musikalität im Blut womöglich nicht. :-) Gleiches gilt übrigens auch für DJs, DJanes oder Instrumentenbauer*innen.

 

Beachte jedoch, dass es derzeit (Stand August 2020) keine offizielle Definition von Musikalität gibt. Wissenschaftler*innen sind sich noch nicht ganz klar darüber, was sie wirklich auszeichnet und woher sie kommt.

 

Tipp: In diesem Artikel der WiWo findest Du weitere spannende Fakten zum Thema. Dort geht es zum Beispiel auch darum, warum manche Musiker*innen dauerhaft am Ball bleiben, während andere irgendwann Sticks, Plek & Co. an den Nagel hängen.

 

  • Im Gegensatz dazu lässt sich Spieltechnik einfacher fassen. Bei ihr handelt es sich nämlich um spezielle Fertigkeiten an einem Instrument oder auch beim Singen. Sie wird im Rahmen des Musikunterrichts gelehrt, lässt sich kategorisieren und nachvollziehen.

 

Gleichzeitig gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Techniken. Am Schlagzeug sind die Crossed Handed und Open Handed Spielweise gute Beispiele für diese. Cajonist*innen nutzen etwa Double Strokes (Doppelschläge) oder Finger Rolls in ihrem Spiel.

 

Wunderbar, die Definitionen wären also geklärt. :-) Nicht jedoch die Frage, was wichtiger ist: Musikalität oder Technik?

Achtung, es wird subjektiv

Schon oft habe ich mit Kollegen und Kolleginnen, Konzertbesucher*innen und Musikbegeisterten über den (vermeintlichen) Zwiespalt zwischen Musikalität und Spieltechnik gesprochen. Die Seiten sind glücklicherweise nie verhärtet, daher ergeben sich immer interessante Gespräche. Und das rockt sowieso! :-)

 

Da dies mein Blog und kein Gastbeitrag ist, folgt also meine persönliche Meinung zum Thema. Wenn Du möchtest, klink Dich gerne in den Kommentaren ein. Der Austausch von individuellen Ansichten ist wie ich finde stets Gold wert. :-)

Spieltechnik als Basis für Musikalität

Technik oder Musikalität - ein Gegensatz?

 

Für mich stellt Spieltechnik die Basis von Musikalität dar. Sie ist also Werkzeug und kein Selbstzweck. Oder sollte es meiner Meinung nach nicht sein.

 

Gleichzeitig bedarf es keiner grandiosen Spieltechnik, um ein genialer Künstler oder eine herausragende Künstlerin zu sein. Denn Ecken und Kanten machen authentisch. Und das ist es, was so viele Fans an ihren Idolen lieben.

 

Jedoch sollte meiner Meinung nach immer eine verlässliche Basis an Spieltechnik gegeben sein. Ist das nicht der Fall, beschränkst Du Deinen musikalischen Ausdruck ab einem gewissen Punkt womöglich.

 

Ein Beispiel:

 

Am Schlagzeug kannst Du viele Bassdrumschläge hintereinander spielen. In höheren Tempi und als Sechzehntelnoten interpretiert ist das zwar cool, aber auch nicht ohne. Vor allem dann, wenn Du nicht weißt, wie sich Schnelligkeit und entspanntes Spiel verbinden lassen. Die Slide-Technik wäre an dieser Stelle eine bessere Wahl als brachiales Knüppeln. Der Krampf im Bein lässt grüßen!

 

Und glaub mir: Wenn der Fuß während des Konzerts zickt, ist das eher ungünstig. Ich spreche da aus Erfahrung. ;-) Daher halte ich es für wichtig, Deine Spieltechnik zugunsten Deiner Musikalität zu verfeinern. Langfristig!

Wenn ich mich zwischen Musikalität und Spieltechnik entscheiden müsste ...

Was ist nun wichtiger? Im großen Ganzen - und für mich: Musikalität. Doch ohne entsprechende Fertigkeiten könnte es schwer sein, Deinem individuellen künstlerischen Potenzial gerecht zu werden. Und das wäre sehr schade, nicht?

 

Daher mein Tipp: Feile regelmäßig an Deiner Spieltechnik, um Dich so ausdrücken zu können, wie Du das möchtest. Du kennst das ja zum Beispiel auch aus dem Englischunterricht.

 

In der Schule war es vielleicht nicht unbedingt Dein Lieblingsfach. Spätestens bei einem Aufenthalt im englischsprachigen Raum bist Du aber plötzlich froh, wenn Du Dich bedarfsorientiert verständigen kannst. So ist es auch in der Musik. :-)

 

Wobei ich natürlich hoffe, dass Dir das Erlernen Deines Instruments dann doch mehr Spaß als ein weniger geliebtes Schulfach macht. Auf der anderen Seite: Wärst Du sonst hier? Nope. :-)

 

In diesem Sinne: Hau rein und viel Spaß beim Üben!

 

Kleiner Reminder: Wie gesagt, über Deine Meinung zum Thema würde ich mich sehr freuen. :-) Lesen wir uns?

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