Warum Rhythmussprache? Darum!

Vorteile von Rhythmussprache

 

Rhythmussprache oder Taktsprache ist für mich als Musikerin unverzichtbar - unabhängig davon, ob ich gerade lehre oder lerne.

 

Ich gehe sogar so weit und behaupte, dass SIE mein Verständnis von Musik von Grund auf veränderte.

 

Klare Sache:

 

Für mich ist Rhythmussprache Pflicht.

 

Liest Du meinen Blog schon länger, horchst Du spätestens jetzt auf. Denn das Wort mit P begegnet Dir selten bis gar nicht in meinen Texten.

 

Eigentlich. Denn heute schon. :-)

 

Nachfolgend erfährst Du:

 

  • Was Rhythmussprache ist.
  • Warum sie so wichtig und hilfreich ist.
  • Und welche Vorteile sie Dir als Musiker*in bietet.

 

Gleichzeitig möchte ich Dich darauf hinweisen, dass sich dieser Artikel auf Taktsprache speziell für Musiker*innen im Rock, Pop und Jazz-Bereich bezieht.

Gute Frage: Was ist eine Rhythmussprache?

Bei der Taktsprache geht es darum, Rhythmen zu sprechen oder zu singen. Wichtig ist hierbei auch der Eigenklang - die Melodie - der Wörter. Prinzipiell musst Du also keine Noten- oder Pausenwerte lesen können, wenn Du sie nutzen möchtest.

 

(Wobei Noten lesen MÜSSEN musst Du sowieso nicht. Obwohl ich eine große Befürworterin davon bin. Aber das ist ein anderes Thema. ;-))

 

Diese besondere Form der Sprache gibt Dir also ein tiefgreifendes Verständnis rhythmischer Strukturen. Zugleich ist das Lautmalen selbst schon Musik:

 

Hierbei weist Du jedem Notenwert eine bestimmte Silbe oder ein Wort zu. Als Schlagzeuger*in oder Cajonist*in kennst Du das am bekannten Beispiel des Bum-Tschack-Bum-Bum-Tschack Beats. Auch das ist Rhythmussprache, obwohl es vielen Anwender*innen oft nicht bewusst ist.

 

Beachte jedoch, dass die Form dieser Sprache variiert. Bei Kodály beispielsweise sind die Silben für die Werte fest vorgegeben. Eine

 

  • Viertelnote ist Ta,
  • die Achtelnote Ti-ti oder die
  • Triole Tri-o-la beziehungsweise Ga-me-la.

 

Eine schöne Übersicht davon findest Du übrigens bei Axel Wieshalla als Rhythmussprachen PDF. Es enthält auch eine Übersicht des Konzepts nach Detlef Biedermann.

 

Ebenso gibt es weitere Varianten der Taktsprache. Ich habe beispielsweise gerade das englischsprachige Lehrbuch Vocal Percussion 1* (*Affiliate-Link) von Richard Filz in der Hand. Auch dieses Werk enthält eine eigene Methode der Vokalisation speziell von Schlagzeug Grooves.

 

Interessant ist auch der Ansatz von Edwin E. Gordon. (Ja, der Mitmusiker von Gene Krupa! )

 

Du merkst schon: Es gibt ZIG unterschiedliche Methoden, Rhythmen zu sprechen. Und das sind nur einige der bekanntesten Formen davon. Regionale und individuelle Formen existieren ebenfalls en masse.

 

Das hat natürlich seine Gründe.

Darum ist Rhythmus- oder Tatksprache so hilfreich

Rhythmussprache Taktsprache Musikunterricht

 

Nachdem wir beantworten konnten, was eine Rhythmussprache ist, sehen wir uns nun am besten deren Vorteile an.

 

Sie liegen klar auf der Hand - oder in diesem Fall auf der Zunge. ;-)

 

Dank ihr

 

  • verstehst Du rhythmische Strukturen und Besonderheiten,
  • integrierst Deine Stimme in den Lernprozess,
  • fühlst dadurch den Groove,
  • verbesserst Dein Rhythmusgefühl und
  • erhältst schließlich einen natürlichen Zugang zu Musik.

 

Essenziell ist ebenso, dass die Sprache Menschen Musik zugänglich macht, die keine Noten lesen wollen oder nicht können. Wobei das auf Dich als Leser*in dieses Blogs vermutlich nicht zutreffen wird.

 

Um es also mit einem Satz zu sagen:

 

 

What you can say is what you can play.

 

 

Denn Musik ist Sprache und vice versa. So zeigt auch meine Erfahrung aus der Unterrichtspraxis zu 100 %:

 

Schüler*innen, die einen bestimmten Takt sprechen oder singen können, können ihn anschließend auch auf dem Schlagzeug oder auf der Cajon spielen.

 

Ist das - oder auch das Klatschen des Takts - nicht möglich, stellt der Rhythmus eine scheinbar unüberwindbare Hürde da.

 

Natürlich gibt es auch Schüler*innen, die sich "einfach so durchwurschteln". Hey, ich war damals genauso und das ist ein wichtiger Schritt beim persönlichen Lernprozess. :-)

 

Um jedoch mit einer bombenfesten Spielsicherheit zu musizieren, ist "das Lautmalen Können" eines Takts der erste und meiner Meinung nach wichtigste Schritt.

Tipp: Auch auf meinem YouTube-Kanal Schlagzeug- und Wortspielerin findest Du wertvolle Impulse und Tipps fürs Musizieren mit Köpfchen. Schau vorbei! :-)

Was Du jetzt tun kannst - Tipps für Dein Rhythmusgefühl

Stell Dir vor: Du hast ein Notenblatt mit Rhythmusübungen vor Dir liegen. Jeden Takt schaust Du Dir kurz an, stellst Dir seinen Klang vor und alles ist klar.

 

Nun gibst Du Dir den Einzähler, sprichst jeden Rhythmus mehrmals richtig durch und freust Dich auf das Übertragen auf Dein Musikinstrument. Du fühlst schon jetzt den Groove. Yeah! :-)

 

Das ist einer der Idealfälle. Also: Wie kannst Du ihn erreichen?

 

Schritt 1: Mache Dir klar, warum Du Rhythmussprache nutzen möchtest

 

Was ist Dein Warum für die Taktsprache? Wünschst Du Dir ein tiefgreifendes Verständnis der rhythmischen Struktur? Das ist zum Beispiel meine Motivation: 

 

Denn nur wenn ich weiß, was ich mache, kann ich das bewusst tun. Das Bewusste gibt mir Spielsicherheit und Freiheit. Freiheit, den Rhythmus anzupassen und allumfassend zu fühlen. Welche Gründe hast Du?

 

Schritt 2: Finde das für Dich passende Vokabular

 

Wenn Du Dein Warum kennst, geht es ans Wie: Welche Form der Rhythmussprache passt zu Dir? Das kann das Vokabular von Kodály, Gordon oder auch Deine eigene sein. Bei mir ist es Letzteres:

 

  • Bam = Viertelnote
  • Ba-da = Achtelnote
  • Mh-ba = Achtelnote + Achtelpause
  • Ba-da-da-da = vier Sechzehntelnoten
  • Ba-da-da = Acheltriole

 

Schritt 3: Musizieren!

 

Etwas zu lesen ist toll, doch erst das Anwenden des Gelernten bringt Dich weiter. Wenn Du Schritte 1 und 2 meistern konntest, heißt es also: Machen!

 

Falls Du Dir beim rhythmischen Sprechen seltsam vorkommst, kann ich Dich beruhigen. Mir ging es damals genauso. Du gewöhnst Dich jedoch schnell daran UND am wichtigsten ist sowieso:

 

Die Fortschritte, die Du machen wirst, sind das anfängliche Unwohlsein mehr als wert. Von den Vorteilen der Taktsprache profitierst Du schließlich Dein ganzes Musiker*innenleben lang. Da spreche ich ebenfalls aus eigener Erfahrung. :-)

Sprichst Du schon oder wurschtelst Du noch?

Egal, ob Du mit der Rhythmussprache aus dem Vocal Percussion Buch* (*Affiliate-Link), der Methode von Kodály oder Deiner eigenen Version arbeitest - Dein Verständnis von Musik wird nachhaltig davon profitieren.

 

So erhältst Du aufgrund der Integration Deiner Stimme einen ganz neuen Zugang zum Rhythmus. Dadurch festigt sich Deine Spielsicherheit nachhaltig. Und auch das ist für uns Schlagzeuger*innen und Cajonist*innen essenziell:

 

Da wir Rhythmus verstehen, hören wir ihn auch bei anderen. Das erleichtert das Zusammenspiel in einer Band unglaublich. Auch bist Du dank der angewandten Taktsprache in der Lage, Dir Fills, Grooves oder mehrtaktige Phrasen aus Deiner Lieblingsmusik herauszuhören.

 

Ich sags ja: Ohne Rhythmussprache, ohne mich. :-)

 

Apropos sagen: genug von mir.

 

Jetzt liegt's an Dir - viel Spaß beim Musizieren in Mundart! 

 

Manu

 

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