Wo Du ungestört Schlagzeug spielen kannst - 5 Alternativen zum heimischen Proberaum


Schlagzeug spielen wo?

 

Schlagzeug spielen ist nicht unbedingt die leiseste Freizeitaktivität. Keine Frage.

 

Aus diesem Grund ist es, wie ich weiß, manchmal schwer, einen geeigneten Raum für die Ausübung dieses Hobbys zu finden.

 

Ein E-Drum stellt zwar eine mögliche Alternative zum akustischen Set dar, eine gewisse Klangkulisse entsteht bei diesem dennoch.

 

So muss bei den elektronischen Schlagzeugen mit dem sogenannten Trittschall gerechnet werden, der sich über den Fußboden in die darunter liegenden Räumlichkeiten überträgt – und über die Verwendung eines E-Drum-Lautsprechers müssen wir wohl nicht reden. ;-)

Die Frage bleibt also: Wo kann ich ungestört Schlagzeug üben?

Ich bespiele meine Schlaginstrumente im einzigen Geschoss eines separaten Gebäudes, das ich mit ausreichend Dämmmaterial ausgestattet habe.

 

Außerdem verringert seit einigen Jahren eine zusätzlich aufgezogene Betonmauer die nach außen dringende Lautstärke. Im Proberaum befinden sich neben meinen Musikinstrumenten massive Holzmöbel und Teppich.

 

Diese Kombination aus verschiedenen „Schallschluckern“ bewährt sich für mich, wobei ich nach wie vor an der Optimierung meiner Raumakustik tüftle. :-)

 

Nun ist mir bewusst – ich unterrichte u. a. seit einigen Jahren in München -, dass nicht jeder über ein solches Zusatzgebäude oder ein separates Musikzimmer für ein Schlagzeug verfügt.

 

So gilt, sich nach anderen geeigneten Alternativen umzusehen:

1. Jugend- und Kulturzentren

Drumsticks

 

Von einem reichhaltigen kreativen Angebot profitieren wir doch alle gerne, oder? Dieses wird uns in diversen Einrichtungen wie Jugend- und Kulturzentren näher gebracht.

 

Für Musiker*innen und Bands bieten diese Häuser häufig die Möglichkeit, sich einen Proberaum mit anderen Künstler*innen zu teilen.

 

Meine Erfahrung lehrt, dass freundlich nachfragen lohnt – ich habe selbst für längere Zeit in einem solchen Zentrum geprobt.

 

Apropos:

 

In Sachen Kulturausübung ist auch der lokale Musikverein ein guter Ansprechpartner. Außerdem kenne ich eine Band, die ihrer musischen Tätigkeit in einem Pfarramt nachging.

2. Bandhäuser

Bandhäuser sind eine tolle Sache: In ihnen können wir nicht nur nach Herzenslust Musik machen, wir knüpfen auch direkt Kontakte zu anderen Szenepersönlichkeiten. Meist sogar noch schneller, als es in einem Jugendzentrum der Fall sein würde.

 

Schließlich handelt es sich bei Bandhäusern um spezialisierte Einrichtungen, die stets mehr als einen Proberaum zur gleichen Zeit anbieten.

 

Nachteil:

 

Wenig verwunderlich ist dieses Angebot schnell vergriffen. Ohne bereits bestehende Connections kann es schwer sein, hier Fuß zu fassen.

3. Proberaumkomplexe

Mehr Flexibilität als die in der Regel fest vermieteten Räumlichkeiten in Bandhäusern bieten Proberaumkomplexe, in denen Du einen Raum für eine vorab festgelegte Dauer anmieten kannst.

 

Praktisch ist hierbei, nur die Zeit zahlen zu müssen, in der Du tatsächlich anwesend bist.

 

Dies bringt erfahrungsgemäß den positiven Nebeneffekt einer gesteigerten Konzentration mit sich. Ist Dein zeitliches Kontingent verbraucht, war´s das für diese Übeeinheit. ;-)

 

Achtung: Ein standardmäßig ausgestattetes Schlagzeug findest Du in jedem der mir bekannten Zimmer.

 

Benötigst Du eine Doublebass oder eine bestimmte Anzahl an Toms oder Becken, würde ich diese in jedem Fall selbst mitnehmen.

 

Es bietet sich natürlich an, sich vorab über die Raumausstattung zu erkundigen.

4. Musikschulen

Auf diese Übemöglichkeit weise ich lediglich mit Vorbehalt hin, denn nicht in jeder Musikschule ist „öffentliches proben“ möglich oder gewünscht.

 

Da Musiker*innen aus München nach Feierabend in meinen Unterrichtsräumlichkeiten üben, weiß ich jedoch aus erster Hand, dass diese - wenn auch seltene - Option besteht.

Proberaum Schlagzeug

5. Private Bandräume

Kennst Du jemanden, der jemanden kennt, der jemanden kennt, hast Du es oft leichter.

 

Dies gilt auch für die Suche nach einem geeigneten Proberaum. So habe ich vor einiger Zeit einen Anruf eines Freundes einer Freundin meiner Mutter erhalten, ob ich nicht vielleicht …

 

In diesem Fall nicht, doch oft funktioniert es gut, sich in bei diesem Anliegen mit anderen Musiker*innen zusammenzuschließen.

 

Mit privat meine ich übrigens, einen Raum offiziell zu mieten und sich die anfallenden Kosten sowie Pflichten und Rechte zu teilen.

 

Nachteil:

 

Welches Schlagzeug darin aufgestellt werden darf, könnte hitzige Diskussionen entfachen. Auch mit einem Instrumentenverschleiß muss gerechnet werden.

 

Da sich Schäden nie vollends vermeiden lassen, sollte der Umgang mit ihnen im Vorfeld geklärt werden. Und natürlich - der Raumbelegungsplan erfordert organisatorisches Fingerspitzengefühl.

Wer sucht, findet - hoffentlich.

Folgende drei Anlaufstellen empfehle ich für die Suche nach einem externen Proberaum:

 

  • Online und offline Kleinanzeigen

  • Persönliche Kontakte und Empfehlungen von Freunden

  • Soziale Netzwerke

 

Vor allem persönliche Kontakte und Empfehlungen von Freunden sind hier meine erste Wahl. Auf Social Media setze ich weniger, jedoch höre ich immer wieder, dass diese Plattformen ebenso tolle Anlaufstellen für Anliegen rund um das Ziel Musik machen seien.

 

Ähnliches gilt für Kleinanzeigen im Netz oder in der Zeitung. Wobei Letzteres meiner Meinung nach nicht mehr so zeitgemäß ist.

 

Bin ich auf Reisen und auf der Suche nach einer Übemöglichkeit, greife ich stets auf Proberaumkomplexe zurück. Diese finde ich unkompliziert über Google oder eben Empfehlungen.

 

Zusatztipp für Studenten und Studentinnen:

 

Einer meiner Freunde lebt in einem Wohnheim, das über ein Musikzimmer verfügt. Eventuell hast auch Du Glück und findest eine solche Räumlichkeit.

 

In jedem Fall wünsche ich Dir viel Glück bei Deiner Proberaumsuche. So schwer sie manchmal auch sein mag, so lohnenswert ist sie im Erfolgsfall.

 

 

Welche Erfahrungen hast Du bei Deiner Suche nach einem Proberaum gemacht?

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