So entwickelst Du Dein Feeling beim Cajonspielen

Zwei Cajons auf pinkem Hintergrund

 

Feeling beim Cajonspielen hörst Du nicht nur.


Du spürst es auch.


Wahrscheinlich kennst Du es:


Nach langer Übezeit hast Du endlich einen Groove oder ein Fill drauf.


Es klappt.

 

Es sitzt.

 

Läuft.


Trotzdem klingt es irgendwie noch nicht so, wie Du es im Kopf hast.


Hast Du doch falsch geübt?


Nein, nicht unbedingt.


Das Problem ist selten das Was

Sondern das Wie.

Es fehlt also kein Inhalt.

Es fehlt das Feeling.

Und so entwickelst Du es beim Cajonspielen:

1. Prüfe, ob Du den Lerninhalt wirklich verinnerlicht hast

Einer der häufigsten Fehler beim Üben ist es, durch den Lernstoff zu hetzen. 

Du spielst also etwas, aber wiederholst es nicht oft genug

Dazu ein häufiges Beispiel aus der Musikpraxis:

Du hast Cajonnoten und lernst daraus einen Groove. 

Spielen kannst Du ihn nach fünf Wiederholungen. 

Verinnerlicht hast Du ihn so aber noch nicht. 

Denn nur, weil Du etwas spielen kannst, ist es Dir nicht automatisch in Fleisch und Blut übergegangen.

 

Die Lösung?

Was Du brauchst, ist das Zusammenspiel aus Kopf und restlichem Körper

Beim Musizieren wollen wir uns auf hilfreiche Automatismen verlassen können.

 

Sprich, auf unser Körper- oder Muskelgedächtnis, das auch vom Sport bekannt ist.

Wenn Deine Übung wirklich sitzt, dann musst Du nicht mehr zählen oder überlegen.

Du spielst sicher und „machst Musik“ statt „Übung“.

Das ist auch der Unterschied zwischen 

  • dem mechanischen Klang
  • und Musik, bei der die Köpfe im Takt mitwippen.

 

Unter uns gefragt:

Hetzt Du hin und wieder durch Deine Cajon-Übungen?


Grooves oder Fills sitzen also theoretisch, wenn sie fehlerfrei funktionieren.

Praktisch brauchst Du aber deutlich mehr Wiederholungen, um sie mit Feeling auf der Cajon zu spielen.

Aus diesem Grund sage ich auch immer: 

Übe lieber eine Sache richtig als fünf irgendwie.

Deinem Fokus folgt schon bald das Feeling.

Und das spürst Du dann auch.

2. Prüfe Dein Timing: Warum Dein Feeling kippt, obwohl Du alles richtig spielst

Im ersten Schritt ging es darum, Deine Cajon-Übungen zu verinnerlichen. 

Jetzt prüfen wir das Timing nochmal. 

Sicher ist sicher.

Checken kannst Du Dein Timing auf drei Wegen, die Du im Idealfall miteinander kombinierst:

  1. Zähle Deine Übung aus, falls Du das noch nicht gemacht hast. Spielst Du wirklich, wo und was Du spielen sollst? 
  2. Übe regelmäßig mit Metronom, Playalongs oder Click-Tracks. Wenn Du das Klicken beim Trommeln nicht mehr hörst, dann bist Du richtig.
  3. Nimm Dich regelmäßig beim Üben auf und analysiere es. So hörst Du Dein Spiel wie Außenstehende, zum Beispiel eine Lehrkraft.

3. Raus aus der Komfortzone: Warum das falsche Tempo Dein Feeling beim Cajonspielen zerstört

Wir haben und kennen es (fast) alle:

das Wohlfühltempo

So nenne ich die Geschwindigkeit, in der Musizierende ohne Nachzudenken oder externe Vorgaben trommeln. 

Das Wohlfühltempo ist also das Tempo, das Du fast automatisch beim Üben ansetzt. 

Das Problem an der Sache? 

Musik klingt und fühlt sich in verschiedenen Tempi ganz anders an.

 

Das Wohlfühltempo ist also nicht immer das beste Tempo für Dich.


Übe und experimentiere daher unbedingt regelmäßig mit verschiedenen Geschwindigkeiten:

 

  • Schneller als sonst. 
  • Viel langsamer als normalerweise. 
  • Und werde bewusst langsamer (Ritardando) oder schneller (Accelerando).


Nimm auch das wieder auf und analysiere Deine Übungen in verschiedenen Tempi:

  • Fühlst Du Dich sicher? Egal, ob Du langsamer oder schneller spielst?
  • Ist Dein Spielgefühl gut? Verkrampfst Du oder bist Du zu locker?
  • In welchem Tempo klingt was am besten? 

4. Dynamiken: Lautstärken machen Musik

Sprichst Du immer in der selben Geschwindigkeit und Lautstärke? 

Wahrscheinlich nicht, oder? 

Sicher machst auch Du beim Sprechen

  • Pausen, 
  • sprichst mal leiser, 
  • dann wieder lauter.


Genauso bekommst Du mehr Feeling beim Cajonspielen: 

Trommle nicht immer nur laut, auf einer Linie.

Spiele dynamisch! 

Werde also bewusst 

  • lauter, 
  • trommle sanfter und 
  • mache Pausen, wenn es passt.


So wird Dein Cajonspiel gleich viel lebendiger - musikalischer.

 

Denke generell daran, dass mehr in der Musik nicht immer mehr ist.

 

Manchmal sind wenige Noten oder Pausen deutlich effektiver als viele Schläge.

 

Höre Dir beim Trommeln also immer gut zu und reduziere Dein Spiel bei Bedarf.

 

Du wirst überrascht sein, wie mitreißend mehr "Luft" zwischen den Noten oft klingt.

5. Spüre in Dich hinein: Wie fühlt sich Dein Körper beim Cajonspielen an?

Percussioninstrumente wie die Cajon fordern Kopf und Körper. 

Eine schlechte Sitz- oder Handhaltung kann Dich entsprechend schnell aus dem Takt bringen. 

Und das im wahrsten Sinne des Wortes: 

Überprüfe also regelmäßig, ob Du korrekt sitzt und spielst. 

  • Wie fühlt sich Dein Körper beim Trommeln an? 
  • Und danach? 


Verspannungen oder sogar Schmerzen sind ein wichtiger Hinweis für Dich, dass Du etwas ändern musst. 

Hol Dir hier gerne auch die Unterstützung einer professionellen Lehrkraft, die alles Wichtige zur Ergonomie beim Cajonspielen mit Dir durchgeht. 

Wenn Du autodidaktisch lernst (alleine, ohne Unterricht), dann solltest Du Dich auf jeden Fall beim Trommeln aufnehmen. 

So siehst Du Dein Spiel wie eine außenstehende Person und kannst bei Bedarf etwas ändern. 

Vielleicht magst Du Dir auch einen großen Spiegel* an Deinen Übeplatz stellen. (*Werbung)

 

Der Blick in den Spiegel verrät Dir sofort, wenn Du schlecht sitzt oder etwas verspannt aussieht.

Und jetzt noch ein Tipp fürs Herz: Du musst nichts perfekt machen – aber bewusst

Mehr Feeling beim Cajonspielen entsteht nicht durch noch mehr Wissen.

 
Es geht um die bewusste Umsetzung des Gelernten, immer wieder.


Mal wird der Groove sitzen.


Und mal wird er kippen.


Das ist ganz normal, auch wir Profis musizieren nicht immer in Bestform.



Aber wir geben immer unser Bestes.


Übe also nicht, um „einfach durchzukommen“ oder einen Punkt auf der To-do-Liste abzuhaken.


Übe, um Dir selbst ein Geschenk zu machen: 

 

  • Mehr Freude.
  • Mehr „Das kann ich!“.
  • Mehr Entspannung im Alltag.


Mehr Feeling beim Musizieren ist ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren, wie Du gelernt hast.


Es kommt selten über Nacht und es kommt auch nicht, wenn Du es erzwingst.

 
Aber es kommt irgendwann, wenn Du es willkommen heißt.


Nutze als herzliche Einladung dafür gerne meine Tipps.


Alles Liebe Dir.


Manu Holmer


Cajon Liste Lieder Anfänger

40+ Lieder, die Anfänger auf der Cajon spielen können: Hier geht's zur Liste

TCA Flat Cajon Thomann Test

Die Flat Cajon von Thomann im Test: Überzeugt die kleine Trommel für unterwegs?

Cajon-Grundlagen Fills


Kommentar schreiben

Kommentare: 0