Kritik?
Die trifft früher oder später (fast) alle Musiker.
Autsch!
Doch auch, wenn sie im ersten Moment schmerzt:
Kritik wird zum Glück nur heiß serviert, aber lauwarm gegessen.
Sicher kennst Du es auch:
Oh Schreck, 1 Stern!
Du liest Dir gerade Rezensionen zu einem Buch durch.
Es scheint mit Blick auf die ganzen Bewertungen mit 4 oder 5 Sternen absolut lesenswert zu sein.
Doch plötzlich siehst Du ihn, den kritischen 1 Stern, begleitet von scharfen Worten.
Ist das Buch vielleicht doch nicht so gut?
Nein, es hat nur jemandem offensichtlich überhaupt nicht gefallen.
Erwartungen wurden enttäuscht.
Genauso ist es, wenn Musiker kritisiert werden:
Manchen gefällt Deine Klangkunst, anderen nicht.
Es wird immer Menschen geben, die Deine Musik oder Dich ablehnen.
Das tut weh ...
Aber hey, was willst Du machen?
Zum Glück musst Du aber auch nicht allen Menschen gefallen.
Deine Klangkunst muss nur den richtigen Leuten gefallen.
Dazu gehörst in erster Linie auch Du selbst.
Bleib Dir treu: Kritisiert wirst Du als Musiker sowieso
Je mehr Leute Du mit Deiner Musik erreichst, desto öfter wirst Du kritisiert werden.
Darauf hast Du keinen Einfluss.
Du machst Dein Ding.
Und andere Menschen machen „Andere-Menschen-Dinge“.
Dazu gehört vielleicht dann leider auch, einen negativen Kommentar abzulassen.
Ich spreche hier natürlich nicht von Hass und Hetze, die sich unter dem Deckmantel der freien Meinungsäußerung versteckt.
Jemanden oder etwas frei kritisieren zu können, muss im 21. Jahrhundert aber einfach drin sein.
Auch wenn es Dir oder mir nicht schmeckt.
Kritik am eigenen Spiel akzeptieren lernen: 3 Musik-Profi-Tipps
Als unterrichtende und bloggende Profi-Musikerin habe ich über die Jahre einiges gelernt.
Der Umgang mit negativen Rückmeldungen gehört dazu.
Anfangs habe ich zum Beispiel noch auf alle Kommentare geantwortet.
Irgendwann wurde mir das aber zu viel.
Seitdem ich nur noch sporadischer auf Lob oder Kritik antworte, geht es mir deutlich besser.
Du musst also nicht auf alles reagieren.
Rund um die Uhr schon gar nicht.
Was mich direkt zum ersten Tipp bringt:
1. Tipp: Atme durch und schaffe Abstand zur Kritik
Von Profi-Musikern hörst Du sehr oft diesen Tipp:
Reagiere auf eine negative Rückmeldung zeitversetzt.
Im Idealfall schläfst Du eine Nacht darüber.
Da schließe ich mich gerne an.
Warum?
Weil Sachlichkeit im Rausch der negativen Gefühle kaum möglich ist
Kritik löst negative Emotionen aus.
Du fühlst Dich durch sie
- gekränkt,
- verletzt und
- vielleicht auch gedemütigt.
Ein sachlicher oder gar produktiver Umgang mit negativem Feedback ist im ersten Moment schwer möglich.
Dabei sollten wir Kreative genau das versuchen:
Aus konstruktiver Kritik lernen und an destruktiver Kritik wachsen
Schaffe zeitlichen Abstand zur Kritik, wenn möglich.
Sie läuft Dir ja nicht weg, oder?
Du kannst auch morgen noch mit einem kühleren Kopf darauf reagieren.
Wenn Dir das dann überhaupt noch wichtig ist.
Das ist tatsächlich etwas, was ich bei mir immer wieder bemerke:
Kritik schmerzt im ersten Moment, danach aber (oft) gar nicht mehr
Im ersten Moment fühlt sich ein negativer Kommentar echt unschön an.
Vielleicht auch noch ein paar Stunden später.
Irgendwann wird aber wieder etwas anderes wichtiger.
Die Kritik verblasst hinter dem Lärm des Lebens.
Du könntest auch sagen, dass es Dir egal oder zumindest egaler wird.
Und falls nicht, wird Dir dieser Tipp hier hoffentlich helfen:
2. Tipp: Du entscheidest, was Du mit der Kritik machst
Mein E-Book Einfach rhythmisch! hilft Musiklehrkräften seit vielen Jahren ungemein weiter.
Einmal wurde es in all der Zeit zurückgegeben - und mit 1 Stern bewertet.
Für meine Verkaufszahlen ist das natürlich eher ungut.
Trotzdem lasse ich das so stehen.
Erstens aufgrund der Transparenz.
Und zweitens als wichtige Erinnerung für mich:
Kritik ist nicht zwingend schlecht.
Sie ist das, was Du daraus machst.
Konstruktive Kritik suchen wir Musizierende ja sowieso.
Sei es, in Form von
- Unterricht,
- Rezensionen
- oder Community-Feedback.
Konstruktive Kritik - wie auch bei meinem E-Book - hilft uns hingegen weiter.
Sie lädt uns dazu ein,
- unseren Horizont zu erweitern,
- etwas aus anderen Augen zu betrachten
- und Dinge bei Bedarf zu verändern oder zu verbessern.
Und was ist mit negativer, destruktiver Kritik?
Selbst aus destruktiver Kritik können wir hin und wieder etwas mitnehmen.
Wir können daraus zum Beispiel lernen,
- wie wir selbst auf keinen Fall mit anderen Menschen umgehen wollen,
- dass wir mental stärker - resilienter - sind, als wir bis jetzt gedacht haben
- oder dass uns unsere Musik um Welten wichtiger als die Angst vor negativen Kommentaren ist.
Ich sage natürlich nicht, dass negative Kritik immer gerechtfertigt, lehrreich oder gar angenehm ist.
Auch Shitstorms kann ich zum Beispiel gar nicht beurteilen.
Trotzdem macht es Sinn, gut hinzuschauen:
Ist an der Kritik tatsächlich etwas dran?
Oder
- darf ich sie einfach so stehen lassen,
- mich für die Rückmeldung bedanken
- und unberührt weiterziehen?
Ja, das darfst Du.
Das ist übrigens auch meine Vorgehensweise bei destruktiver Kritik, aus der ich nichts für mich mitnehmen kann:
Ich nehme sie wahr und entscheide, wie ich darauf reagiere - und ob.
3. Tipp: Erkenne die Kritik, die Dir etwas bringt
Woran erkennst Du die Kritik eines Profi-Musikers?
In geschätzt 90 bis 95 % der Fälle wird er oder sie konstruktiv kritisieren - wenn überhaupt.
Professionell sein heißt eben auch, bestimmte Gedanken für sich zu behalten (oder behalten zu müssen).
Das heißt natürlich nicht, dass negative Kritik nur von Hobby-Musizierenden käme.
Ergo, dass es keine professionellen Arschlöcher gäbe.
Aber es ist zumindest unwahrscheinlicher, einem zu begegnen.
Vielleicht fragst Du Dich jetzt:
Hey Manu, wie soll mir das jetzt helfen?
Ganz einfach:
Du weißt, dass es nicht unbedingt um Dich geht
Du weißt jetzt, dass Menschen mit professionellem Anspruch - auch Laien! - konstruktiv kritisieren.
Die restlichen Rückmeldungen haben oft recht wenig mit Dir oder mit Deinem Stil als Musiker zu tun.
Hier steht der persönliche Geschmack oder die Tagesform der Kommentierenden erstaunlich oft im Vordergrund.
Behalte das bitte im Hinterkopf, wenn Du das nächste Mal mit destruktiver Kritik umgehen musst.
Es geht nicht immer um Dich - zum Glück!
Du bist also auch nicht dazu verpflichtet, Dich automatisch angesprochen zu fühlen.
In diesem Sinne:
Alles Liebe Dir.
Manu Holmer
PS:
Welche Erfahrungen hast Du als Musiker mit Kritik gemacht?
Teile sie gerne in den Kommentaren, wenn Du magst.



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