Anfänger und Anfängerinnen machen beim Üben immer wieder einen unschönen Fehler:
Sie spielen ihre Übung vielleicht ein- oder zweimal.
Dann springen sie auch schon zum nächsten Takt weiter.
So schaffen sie zwar gefühlt "viel" in einer Übe-Session.
Wirklich hängen bleibt aber wenig.
"Viel" bedeutet ja nicht automatisch "gut".
Letztlich braucht es mehr als eine oder zwei richtige Wiederholungen, damit eine Übung sitzt.
Hier spielt es keine Rolle, ob Du einen
- Schlagzeug-Rhythmus,
- einen Groove auf der Cajon
- oder eine Melodie auf dem Glockenspiel
lernen möchtest.
Richtige, häufige Wiederholungen bringen Dich weiter.
Aber wie oft wiederholen ist genug?
Das ist meine Empfehlung:
Übe so lange, bis Du Dich beim Musizieren sicher fühlst
Manche Übungen meisterst Du schneller, anderen Stoff langsamer.
Als Menschen lernen wir einfach in unterschiedlichen Geschwindigkeiten.
Daher gibt es auch keine optimale Anzahl an Wiederholungen.
In meinem Musikunterricht gilt stattdessen eine einfache Faustregel für alle:
Übe so lange, bis Du Dich bei der Übung sicher fühlst.
Und sicher fühlt sich jemand dann, wenn er oder sie
- keine Leichtsinnsfehler mehr macht,
- entspannt eine Übung für einen längeren Zeitram ausführen kann
- und dabei nicht länger extrem viel mitdenken oder noch mitzählen muss.
Diese Spielsicherheit kann nach fünf Wiederholungen oder nach 30 Minuten fühlbar sein.
Wichtig ist nur, dass Du Dir gegenüber selbst ehrlich bist.
Hetze also nicht kopflos durch ein Notenblatt, sondern nimm Dir ausreichend Zeit für jeden Takt.
Bewusstes Üben bringt Dir schnellere Fortschritte.
Wiederhole so oft, bis Du Dich nicht mehr verspielen kannst
Du bist nicht so gefühlsbetont unterwegs, sondern magst es lieber handfester?
Dann wiederhole eine Übung so oft, bist Du Dich dabei nicht mehr verspielen kannst.
Auch das ist ein genialer Tipp, den ich, Du und alle anderen beherzigen dürfen.
Richtige, regelmäßige Wiederholungen sind nämlich der Schlüssel zum Lernerfolg.
Oder warum meinst Du, dass ein Profi anders als ein Anfänger klingt?
Auch, wenn sie auf den ersten Blick das Gleiche spielen?
Genau:
Praktische, teils jahrzehntelange Erfahrung macht den Unterschied.
Aus diesem Grund sage ich ja auch immer wieder:
Es kommt nicht so sehr darauf an, was Du spielst - sondern wie.
Bonus-Tipps zum Üben: Das bringt Dir noch mehr hör- und fühlbare Spielsicherheit
Beim Üben lohnt es sich auch,
- Dich hin und wieder dabei aufzunehmen,
- Dir motivierende Ziele zu setzen und
- Dir einen Timer zu stellen.
Achte außerdem darauf, dass Du das richtige Übetempo hast.
Der oft unterschätzte Fehler (nicht nur von Anfängern) ist hier, dass sie viel zu schnell üben.
Mit einem schlecht gewählten Tempo haut es sie dann unnötigerweise aus einer Übung heraus, die sie grundsätzlich schon spielen könnten.
Weil die richtige Geschwindigkeit beim Üben so wichtig ist, habe ich dazu sogar ein Video gemacht.
Es richtet sich zwar an Schlagzeuger und Schlagzeugerinnen, doch die Tipps sind auch auf jedes Musikinstrument übertragbar.
In diesem Sinne:
Nimm Dir nicht nur Zeit zum Üben, sondern auch Zeit beim Üben.
Den Unterschied kannst Du schon bald hören und fühlen.
Alles Liebe Dir. :-)
Manu Holmer



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